Samstag, Januar 14, 2006

COM: Praxisschock 2 - SWPÄ-Maßnahmen verwalten

Wie man es macht, es ist verkehrt.

Erlebnis 1:
Ich wurde von jemandem aus meiner Abteilung, den ich nicht kannte, angesprochen und um den Einbau einer neuen Funktion in eine bestehende Webanwendung gebeten. Da ich noch relativ neu war und nicht genau wusste, wie das Anfordern einer SWPÄ (Softwarepflege/-änderung)-Maßnahme zu funktionieren hat, bat ich die Person, einen formlosen Antrag zu schreiben mit einer kurzen Beschreibung der gewünschten Funktion und des Nutzerkreises, der davon profitieren solle.
Dann hörte ich eine Weile nichts mehr davon - bis ich einen kleinen Anschiss von meinem Chef bekam, dass ich freundlicher zu den Nutzern sein müsste, weil diese ja der Grund für meine Existenz überhaupt wären. Die mir fremde Person hatte wohl eine wichtige Position innerhalb der Abteilung inne und war es gewohnt, dass ihre Wünsche sofort umgesetzt werden. Deshalb hatte sie mein Verhalten zum Anlass genommen, sich bei meinem Chef über mich zu beschweren.

Erlebnis 2:
Aus Erfahrungen lernt man ja bekanntlich. Als das nächste Mal jemand an mich herantrat und eine neue Funktion forderte, die für mich inhaltlich auch Sinn ergab, zögerte ich nicht lange und implementierte diese. Kurze Zeit später kam ein anderer aufgebrachter Nutzer zu mir und schimpfte, dass er jetzt noch ein sinnloses Feld mehr zu befüllen hätte. Ich sollte ihm doch die Arbeit mit meiner Anwendung erleichtern und sie nicht, wie wohl geschehen, schwerer machen. Wenn ich zukünftig etwas implementieren wolle, sollte ich das doch vorher mit den Nutzern absprechen.

Was kann daraus nur die Lehre sein? Es muss einen formalen und vom Chef abgesegneten Weg geben, den alle SWPÄ-Maßnahmen gehen müssen. Im Rahmen dessen muss die Priorisierung des Vorhabens und die Absprache mit anderen Nutzern erfolgen.

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