COM: Richtige, wahre und natürliche Menschen
In seinem Buch Omnisophie beschreibt Gunther Dueck leidenschaftlich drei verschiedene Menschentypen: die richtigen, die wahren und die natürlichen Menschen. Ich kann ihre Merkmale hier nicht im Detail wiederholen, kurz und plakativ: die richtigen sind eher linkshirnig, die wahren rechtshirnig und die natürlichen körperfokussiert (und ja, sie dürfen zusätzlich auch ein Gehirn haben). Dueck stellt dar, dass sich diese Typen überproportional häufig in ganz bestimmten Berufsgruppen wiederfinden, z.B. Beamte->richtig, Krankenschwestern->wahr, Piloten->natürlich.
Ich denke, dass man die Disziplinen noch weiter aufdröseln muss. Nehmen wir einmal die Informatik: Richtige Informatiker beschäftigen sich wahrscheinlich mit der Sammlung und Kategorisierung von Wissen. Vermutlich gehören auch die meisten der Business-Optimierer-Informatiker zu dieser Gruppe: "Get the best bang for the buck". Zu den wahren Informatikern würde ich vielleicht Open Source Verfechter wie Richard Stallmann oder Webvisionäre wie Tim Berners Lee zählen. Natürliche Informatiker sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die meisten Blogger und Hacker (z.B. Kevin Mitnick): "Only the fittest survive."
Ein anderes Beispiel ist die Bundeswehr, und jetzt begebe ich mich wahrscheinlich auf sehr dünnes Eis in punkto Klischees. So würde ich beispielsweise die Truppenverwaltung und Controller zu den richtigen, die Sanitäter, Visionäre und Weiterentwickler zu den wahren und Seefahrer, Piloten und Objektschützer zu den natürlichen Menschen zählen.
Wie könnte man das nur überprüfen? Wie sieht es in Ihrer Berufs-/Forschungsrichtung aus?
- Buchtipp: Dueck's Trilogie
- Weblink: SINNRAUM made by dueck
4 Comments:
Leider habe ich vergessen, was genau die Eigenschaften von "linkshirnigen" bzw. "rechtshirnigen" Menschen sein könnten. Die Vorstellung, dass es aber genau drei Typen geben soll, nämlich, Beamte, Krankenschwestern und Piloten/Seefahrer klingt erstaunlich. Und wie sollte ich dann - um mal wieder Platon ins Spiel zu bringen - die berühmte Formel verstehen:
Das Richtige ist das Wahre ist das Gute?
Aber im Prinzip glaube ich nicht, dass Du mit Deiner Bundeswehr-Charakteristik "auf das dünne Eis der Klischees" kommst. Diese Einteilung ist nämlich bereits ein Klischee. Nix für ungut.
Hallo Martin! Schön von dir zu hören. Musst du den Finger eigentlich immer in die Wunde legen? :-) Ich war zugegebenermaßen zu faul, diese drei Menschentypen genauer zu definieren und habe es mir mit einem Verweis auf Dueck durchaus zu leicht gemacht. Ich werde einmal versuchen, in Omnisophie eine möglichst genaue Definition zu finden.
Zum Thema Klischee: Ich habe geschrieben, dass sich "diese Typen überproportional häufig in ganz bestimmten Berufsgruppen wiederfinden" und nicht, dass jeder Beamte automatisch ein richtiger Mensch ohne wahre Ideen sein muss usw. Könnte es nicht sein, dass ich, der ich mich als absolut nicht-richtiger Mensch sehe, an einem Beamtenberuf absolut zu Grunde gehen würde? Einfach weil die Freiheiten fehlen. Ich könnte mir vorstellen, dass es auch viele wahre und natürliche Beamte gibt, dass diese aber vielleicht totunglücklich sind.
Und genauso soll auch mein Bundeswehr-Beispiel verstanden werden. Jemand, der sich körperlich austoben möchte, Spaß und Nervenkitzel sucht, ist doch im Amt falsch aufgehoben, oder? Das müsste doch eine Sünde an dem Mann/der Frau sein, oder?
Meine eigentliche Frage (nicht an Dich direkt, sondern an Herrn Dueck) bezieht sich darauf, ob es wirklich nur drei Typen von Menschen gibt (und natürlich mögliche Mischformen). Schließlich sind solche Einteilungen nix Neues, mir fallen grade die vier Temperamente oder die zwölf Sternzeichen ein. Es klingt halt ein wenig arg vereinfachend ("reduktionistisch" *g*).
Ich könnte ja auch mal im Buch selbst nachsehen, ich merke grade, es steht in meiner UB.
Es gibt sicherlich viele Möglichkeiten, die Menschen einzuteilen. Manche sind präziser und leichter zu überprüfen, z.B. biologisch in Männlein und Weiblein. Andere eher abstrakt. Es müsste jeweils untersucht werden, inwieweit ein Mapping der Konzepte aufeinander möglich ist. Mit den Sternzeichen wagen wir uns noch weiter in den Bereich der Esoterik. Trotzdem wäre es interessant, ob es eine grobe Zuordnung der Sternzeichen zu den Typen gibt. Allerdings bin ich hier direkt das Gegenbeispiel. Steinböcke sollten wahrscheinlich am ehesten richtige Menschen sein; und das kann ich für mich ausschließen. Wer traut sich, eine Wahrscheinlichkeitverteilung zu schätzen?
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