Freitag, Februar 03, 2006

EII: Suchst du noch oder verwendest du schon Namenskonventionen?

"die Dinge beim Namen nennen" - diese Redensart ist in aller Munde, allerdings folgen die meisten Menschen dann doch eher der Goethe'schen Devise, dass Namen "nur Schall und Rauch" seien. Komisch eigentlich, wo doch die Benennung von Dingen sogar göttlicher Auftrag ist:

Und Gott der HERR machte aus Erde alle die Tiere auf dem Felde und alle die Vögel unter dem Himmel und brachte sie zu dem Menschen, daß er sähe, wie er sie nennte; denn wie der Mensch jedes Tier nennen würde, so sollte es heißen. (Genesis 2,19)

Namenskonventionen sind in nahezu allen Bereichen des Lebens unverzichtbar. Und besondere Wichtigkeit kommt ihnen in unserer Informationsgesellschaft zu. Was nützen die wertvollsten Informationen, wenn sie nicht gefunden werden können? Und Namenswirrwarr kann viele Ursachen haben: von simplen "Rechtschreibfelern" oder "Zeichen-Setzungs-Ambiguitäten" über Fremdsprachconfusions bis hin zu Abk. und Synonymen. Die meisten Anwendungen bieten eine Suchfunktion, die wenigsten jedoch berücksichtigen diese Subtilitäten.

Deshalb ist ein einheitliches Vokabular so unglaublich wichtig. Die Mitarbeiter müssen dahingehend sensibilisiert werden, sich bei der Benennung von Dingen wirklich Gedanken zu machen und aufzupassen. Sonst könnte ihre Arbeit direkt für die Tonne sein. Und es muss einen unternehmensspezifischen Glossar oder besser Thesaurus geben, der die genauen Bezeichnungen regelt.

Wie ich auf das Thema gekommen bin? Tja, ich hatte kürzlich die ruhmvolle Aufgabe, Datensätze aus verschiedenen Datenquellen einander zuzuordnen...

Weblinks:

3 Comments:

At 11:12 AM, Martin Palauneck said...

Natürlich fehlt bei den recht interessanten Weblinks noch auf den wundervollen "Kratylos" Platons.

 
At 3:06 PM, Steffen Mazanek said...

Natürlich habe ich sofort gegoogelt, was es denn mit dem Kratylos auf sich hat. Laut Wikipedia ist die Hauptthese wohl, dass die Sprache mit allen Worten von der Natur entstanden sei und damit der Sinn der Worte von Natur aus feststehe und keiner Definition bedürfe. Aber das werde ich nochmal genauer nachlesen.
Mit diesen knappen Informationen bleibt mir vorerst nur der Schluss: Nette These, allerdings hilft mir die bei meinen Informatik-Problemen herzlich wenig :-) Und, Martin, aus deiner Zeit bei der Marine solltest du die unglaublichen Bundeswehr-Wortschöpfungen doch noch kennen, oder?

 
At 5:20 PM, Martin said...

Leider habe ich meine Bundeswehrerinnerungen schon recht gut verdrängt *g*. Letzte Woche bei der Vereidigung meines Bruders habe ich erst gemerkt, wie viel ich schon vergessen habe.
Die Wikipedia-Kratylos-Erklärung ist nicht wirklich schlecht, aber so einfach ist es mit Platon nun leider doch nicht. Der fragliche Dialog strotzt nur so vor Ironie, und vielleicht wird die angebliche These nur "hochgenommen". Es lohnt sich auf jeden Fall, mal hineinzuschauen. Wenn Du ihn nicht ganz lesen willst, macht das nichts, ich habe es auch nicht bis zum Ende durchgehalten (Du wirst schon sehen warum ;-)

 

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