Event: AFCEA - "Daten ohne Grenzen - RFID"
Heute war ich auf einer AFCEA-Fachausstellung zum Thema RFID. Die Höhepunkte waren ohne Zweifel die Vorträge. Nach einer Begrüßung durch einen gut gelaunten Generalmajor Treche (Vorstandsvorsitzender AFCEA) und einem Grußwort des stellvertretenden Inspekteurs der Luftwaffe Generalleutnant Marzi ging es dann auch direkt in medias res. Prof. Dr. ten Hompel, Vorstand des Informationsforums RFID, gab eine allgemeine Einführung in das Thema RFID. Am Nachmittag folgte dann ein sehr inspirierender Vortrag von Prof. Dr. Elgar Fleisch vom Institute of Technology Management der Universität St. Gallen, der einen Überblick über die verschiedenen Anwendungsfälle von RFID gab - einige waren noch sehr visionär, andere hatten den proof of concept wohl schon hinter sich. Interessant fand ich auch seine Antwort auf die zu erwartende Frage nach den Datenschutzproblemen und der Angst vor totaler Überwachung. Er meinte nämlich, dass Chancen und Risiken betrachten werden müssten und wir uns nicht von diesen Problemen ausbremsen lassen dürfen. Das verdeutlichte er mit dem Beispiel Handy. Es sei bekannt, dass jedes Handy relativ genau geortet werden kann und dass Handys vielleicht sogar Krankheiten hervorrufen. Dennoch möchte sie niemand mehr missen, weil die Vorteile einfach zu überwältigend sind.
Morgen geht es dann mit Vorträgen von Prof. Dr. Heinrich, Mitglied des Vorstands bei der SAP, und Michael Israel von der ESG weiter.
Doch nun zu den Ausstellern. Vorweg: Ungefähr zwei Drittel der Aussteller hatten nichts mit RFID zu tun, sondern haben eine allgemeine Produktshow abgezogen. Unter den Übrigen zeigten mindestens drei Aussteller Lego-Eisenbahnen mit kleinen Chips drauf, die beim Durchfahren verschiedener Messpunkte gezählt wurden (bei Siemens hat nicht mal das geklappt). Wow. Aber es gab auch positive Beispiele. Ich getraue es mich kaum zu sagen, aber auf dem Stand von Microsoft gab es einen praktischen Werkzeugkoffer zu besichtigen. Die Werkzeuge waren nämlich alle getagged, so dass immer zentral festgestellt werden kann, welches Werkzeug gerade entnommen ist oder vielleicht in irgendeinem Triebwerk vergessen worden ist. Dieser Aufwand lohnt sich natürlich nur, wenn es zum Beispiel um Flugsicherheit geht oder vielleicht noch OP-Besteck (dann lassen die Ärzte hoffentlich ihre Scheren nicht mehr im Patienten liegen).
Die zweitinteressanteste Anwendung war für mich die Verbindung von RFID und Dokumentenmanagement. Leider habe ich den Namen der Firma vergessen. Das Werkzeug ist aber echt praktisch für Firmen, die ihre Informationen digital und in Aktenordnern ablegen müssen. Denn durch taggen der Aktenordner kann direkt auf die digitalen zugehörigen Dokumente zugegriffen werden und auch bei der Suche nach Akten könnte das helfen.
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