Mittwoch, September 06, 2006

Sonstiges: Netzplantechnik

Während des Studiums dachte ich immer, dass Netzplantechnik ein mächtiges Tool für komplexe, wichtige Projekte sei (das Musterbeispiel in der Vorlesung war immer der Hausbau), für kleinere Geschichten aber viel zu aufwändig. Inzwischen bin ich eines besseren belehrt. Denn der Koordinierungs- und Verwaltungsaufwand kann auch schon bei kleineren Projekten sehr schnell ansteigen, insbesondere wenn Abhängigkeiten auftreten.
Wie ich darauf komme? Wir haben gerade aufgrund eines Mergers und der damit verbundenen Umstrukturierung einen relativ komplexen Umzug zu planen. Und einem solchem Umzug inhärent ist die Abhängigkeit, dass ein Büro vorher leergezogen werden muss, bevor die neue Belegung einziehen kann. Die anfängliche Excel-Tabelle zur Verwaltung ist inzwischen riesenlang geworden und natürlich gibt es inzwischen auch eine Spalte Abhängigkeiten, in der die Zeilennummern der vorausgesetzten Umzüge eingetragen werden. Diese Tabelle muss jetzt mühsam auf die einzelnen Umzugsbefehle runtergebrochen werden - ein Riesenaufwand. Gott sei Dank ist noch keiner auf die Idee gekommen, einen Kritischen Pfad ausgerechnet haben zu wollen. Das ist aus der Excel-Tabelle heraus gar nicht realisierbar. Dabei ist die Ermittlung des Kritischen Pfades eine sehr wichtige Angelegenheit, gerade wenn zu einem festen Termin die Umzugsarbeiten abgeschlossen sein sollen.

Für manche mag es sich nach "mit Kanonen auf Spatzen schießen" anhören, aber nach dieser Erfahrung bin ich ein Verfechter des frühen Einsatzes der Netzplantechnik.

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