Freitag, Februar 17, 2006

COM: Richtige, wahre und natürliche Menschen

In seinem Buch Omnisophie beschreibt Gunther Dueck leidenschaftlich drei verschiedene Menschentypen: die richtigen, die wahren und die natürlichen Menschen. Ich kann ihre Merkmale hier nicht im Detail wiederholen, kurz und plakativ: die richtigen sind eher linkshirnig, die wahren rechtshirnig und die natürlichen körperfokussiert (und ja, sie dürfen zusätzlich auch ein Gehirn haben). Dueck stellt dar, dass sich diese Typen überproportional häufig in ganz bestimmten Berufsgruppen wiederfinden, z.B. Beamte->richtig, Krankenschwestern->wahr, Piloten->natürlich.

Ich denke, dass man die Disziplinen noch weiter aufdröseln muss. Nehmen wir einmal die Informatik: Richtige Informatiker beschäftigen sich wahrscheinlich mit der Sammlung und Kategorisierung von Wissen. Vermutlich gehören auch die meisten der Business-Optimierer-Informatiker zu dieser Gruppe: "Get the best bang for the buck". Zu den wahren Informatikern würde ich vielleicht Open Source Verfechter wie Richard Stallmann oder Webvisionäre wie Tim Berners Lee zählen. Natürliche Informatiker sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die meisten Blogger und Hacker (z.B. Kevin Mitnick): "Only the fittest survive."
Ein anderes Beispiel ist die Bundeswehr, und jetzt begebe ich mich wahrscheinlich auf sehr dünnes Eis in punkto Klischees. So würde ich beispielsweise die Truppenverwaltung und Controller zu den richtigen, die Sanitäter, Visionäre und Weiterentwickler zu den wahren und Seefahrer, Piloten und Objektschützer zu den natürlichen Menschen zählen.

Wie könnte man das nur überprüfen? Wie sieht es in Ihrer Berufs-/Forschungsrichtung aus?

Dienstag, Februar 14, 2006

Sonstiges: Fähigkeits-Hä?

Mir ist in den letzten Tagen erst einmal so richtig bewusst geworden, wie wichtig es ist, bei der Einführung eines neuen x, stets den Fähigkeitsbezug herzustellen. Haben wir eine Lücke im Fähigkeitsprofil? Nein? Gut: Ende! Doch? Müssen wir diese überhaupt schließen? Wenn ja, brauchen wir wirklich eine materielle, softwarebasierte, personelle oder wie auch immer geartete (Hauptsache teure) Lösung? Oder reicht vielleicht schon ein Konzept, eine Änderung starrer Strukturen, die Verbesserung bestehender Prozesse, die bessere Einbindung des vorhandenen Personals?

Kein neuer Gedanke, aber einer, den Sie sich immer wieder vor Augen halten sollten. Und schlussendlich sollte die Devise "lieber die Krücke als die Lücke" nicht wirksam werden.

Beispiel gefällig? Werfen Sie doch einmal einen Blick in den CPM (Customer Product Management), die derzeit gültigen Verfahrensbestimmungen für die Bedarfsermittlung und Bedarfsdeckung in der Bundeswehr.

Samstag, Februar 04, 2006

SE: Warum Softwareentwickler öfter mal Möbel aufbauen sollten...

Nein, nicht wegen der Weltfremdheit. Das ginge schon in Ordnung. Von Möbeln lernen heißt siegen lernen, das ist es. Diese Erfahrung habe ich zumindest gemacht, als ich neulich meine Schlafzimmerkommode aufgebaut habe.

Geliefert wurde sie in sechs Paketen. "Ach du liebe Güte", dachte ich. Doch was problematisch aussah, entpuppte sich als wahrer Segen. Denn die Pakete waren absolut sinnvoll gepackt - kleine, informatikergerechte Häppchen. Schritt für Schritt nahm die Kommode Gestalt an.

Die Module mussten dann nur noch zusammengesteckt werden. Naja, ganz so leicht war es nicht. Es mussten ein paar Schrauben mit ziemlich brachialer Gewalt reingedreht werden. Diese Vorgehensweise ist wohl auf Software nicht so ohne weiteres zu übertragen. Aber die Lieferung in kleinen, abgegrenzten, leicht verständlichen Modulen ist sicherlich eine erstrebenswerte Zielvorstellung. Da müssen wir hin mit unserer Software, hin zu besserer Kombinierbarkeit und Reusability.

Aber die Leute von der Möbelfraktion brauchen auch nicht denken, dass sie sich jetzt ausruhen können. Zwei Einlegebretter waren 5mm zu kurz und bei den Türen waren die Löcher für den Griff an der falschen Seite angebohrt. Und das erinnert mich doch wieder sehr stark an verkorkste Software.

Freitag, Februar 03, 2006

EII: Suchst du noch oder verwendest du schon Namenskonventionen?

"die Dinge beim Namen nennen" - diese Redensart ist in aller Munde, allerdings folgen die meisten Menschen dann doch eher der Goethe'schen Devise, dass Namen "nur Schall und Rauch" seien. Komisch eigentlich, wo doch die Benennung von Dingen sogar göttlicher Auftrag ist:

Und Gott der HERR machte aus Erde alle die Tiere auf dem Felde und alle die Vögel unter dem Himmel und brachte sie zu dem Menschen, daß er sähe, wie er sie nennte; denn wie der Mensch jedes Tier nennen würde, so sollte es heißen. (Genesis 2,19)

Namenskonventionen sind in nahezu allen Bereichen des Lebens unverzichtbar. Und besondere Wichtigkeit kommt ihnen in unserer Informationsgesellschaft zu. Was nützen die wertvollsten Informationen, wenn sie nicht gefunden werden können? Und Namenswirrwarr kann viele Ursachen haben: von simplen "Rechtschreibfelern" oder "Zeichen-Setzungs-Ambiguitäten" über Fremdsprachconfusions bis hin zu Abk. und Synonymen. Die meisten Anwendungen bieten eine Suchfunktion, die wenigsten jedoch berücksichtigen diese Subtilitäten.

Deshalb ist ein einheitliches Vokabular so unglaublich wichtig. Die Mitarbeiter müssen dahingehend sensibilisiert werden, sich bei der Benennung von Dingen wirklich Gedanken zu machen und aufzupassen. Sonst könnte ihre Arbeit direkt für die Tonne sein. Und es muss einen unternehmensspezifischen Glossar oder besser Thesaurus geben, der die genauen Bezeichnungen regelt.

Wie ich auf das Thema gekommen bin? Tja, ich hatte kürzlich die ruhmvolle Aufgabe, Datensätze aus verschiedenen Datenquellen einander zuzuordnen...

Weblinks:

Sonstiges: KISS the PDA

Die Welt wird komplizierter; neue, aufregende Internet-Anwendungen schießen wie Pilze aus dem Boden. Ob Handy oder PDA, Office-Paket oder Browser - die (meisten) Dinge werden vollgestopft mit wilden Funktionen, die eigentlich kein Mensch braucht.
KISS! Keep it simple, stupid! So heißt die Alternativ-Devise! Das machen Firmen wie etwa google sehr erfolgreich vor. Oder die Anbieter von sogenannten Seniorenhandys...

In letzter Zeit wird viel über PDAs diskutiert. Was sie alles haben müssen, mit welchen Geräten sie kommunizieren müssen, Spiele, Sounds, Videos, weiß der Geier. Und das es wohl bald keine PDAs mehr geben wird - wegen der Handys.

Im Detail erwarte ich von einem PDA (und nicht von einem Handy):

  • elegantes Design

  • guter Akku

  • ausgereifte Schrifterkennung

  • Kalender und Kontaktverwaltung, mehr nicht!

  • elektronische Visitenkarten drahtlos austauschen (gibt es das schon?)

  • kinderleichte, managergerechte Bedienung

  • drahtloser Abgleich mit PC



Dann werden die PDAs auch zukünftig eine Chance haben. Meine Meinung.