Mittwoch, Mai 31, 2006

EII: Jahresscheiben horizontal oder vertikal ablegen?

Problemstellung: Es sollen für verschiedene Projekte die Haushaltsmittel über die einzelnen Jahresscheiben in einer Datenbank hinterlegt werden. Dabei ist der Zeitrahmen durch das aktuelle Jahr und die N folgenden Jahre festgelegt.

Eine optimale Lösung erfüllt meiner Meinung nach folgende Kriterien:

  • Lesbarkeit (von Datensätzen und Tabellenstruktur)

  • Bewahrung alter Zahlen

  • konstante Datenstruktur

  • Weiterverwendbarkeit der Daten (Formulare/Berichte)


Die Kriterienerfüllung wird im Folgenden als Quadrupel von + und - Zeichen dargestellt.

Lösungsmöglichkeiten:

  1. Tabelle mit den konkreten Jahreszahlen als Spaltennamen, Bewertung (+,+,-,+/-), Tabelle wächst stark in die Breite, insbesondere wenn auf einmal die Granularität zunimmt (zum Beispiel durch Monatsdaten)

  2. Tabelle mit relativen Jahreszahlen als Spaltennamen (ein Referenzjahr und Spaltennamen wie etwa Jahr0-JahrN), Bewertung (+/-,-,+,+/-), Tabelle muss jedes Jahr geshiftet werden (Werte aus Jahr(x+1) nach Jahrx kopieren) und alle Nutzer müssen das gleiche Referenzjahr wissen.

  3. Tabelle mit N Datensätzen pro Projekt, Bewertung (-,+,+,-)



Gerade MS Access lädt durch seine Formulare und Berichte förmlich dazu ein, alle Jahresscheiben horizontal abzulegen. Das ist in meinen Augen ein ernstes Problem, dass sich selbst mit Views nicht lösen lässt wegen der Probleme beim Update.

Ist es mit SQL überhaupt möglich, die Lösung 3 per View in Form der Lösung 1 anzuzeigen? Ich kann mir das momentan nicht vorstellen; wäre aber cool, wenn da jemand eine Idee hätte.

Event: Webmontag am 29.05.06 in Köln

Am 29.05.06 war es wieder höchste Zeit für einen Webmontag in
Köln
. Vortragende waren Peter Schink über die Readers Edition der Netzeitung und Jan Miczaika von Hitflip.
Mir hat es diesmal besser gefallen als das letzte Mal, weil die Vorträge mehr in Richtung Geschäftsideen gingen und keine brandneuen heißen Programmiersprachen vorgestellt wurden. Aber eben diese Vielseitigkeit macht die Webmontage so interessant. Ich hatte auch Gelegenheit, mich mit den Hitflip-Leuten persönlich auszutauschen und habe in ihnen interessante Gesprächspartner gefunden. Besonders beeindruckt hat mich die Macher-Mentalität - ich hoffe, dass ich meine Ideen ebenso zielstrebig umsetzen kann wie sie (ist in Arbeit :-)).
Apropos, in der aktuellen (06/2006) Ausgabe der Zeitschrift Karriere ist ein umfangreicher Artikel über Web 2.0 inkl. eines Verweises auf Hitflip zu finden.

Mittwoch, Mai 24, 2006

EII: Schlüsseldatenbank

Heute bin ich im Intranet auf eine so genannte Schlüssel-Datenbank gestoßen. Die Idee ist so einfach wie gut: die Schlüssel aller anerkannten Unternehmensdatenbanken müssen zentral dokumentiert und hinterlegt werden. Dadurch bleibt gewährleistet, dass sorgsam und nicht zu inflationär mit Schlüsseln umgegangen wird (denn was offen eingestellt wird, unterliegt in der Regel kritischeren Blicken). Außerdem gibt die Datenbank eine gute Übersicht über alle offiziellen DV-Verfahren und verhindert damit auch Wildwuchs - ein wichtiger Schritt in Richtung EII.
Hätte ich diese Seite doch bloß eher gefunden - das hätte mir so manche verzweifelte Suche erspart.

Freitag, Mai 19, 2006

SNA: Survey dimensions or how to master data complexity

My first approach to SNA/ONA was rather simple: Collect data about who knows whom! This is no more than a binary, quadratic matrix and hence of quadratic complexity. And assuming, that there is an upper bound for the number of contacts a person can have, complexity even rises just linearly.

However, little later the demand for data increased dramatically. I wanted to observe the development of the relationships on the timeline. This is very important for measuring the success of the survey. And so an additional factor to complexity appeared. But this by far was not the end. In business settings it is dangerous to equate contacts maintained just by coffee dispensers with production critical ones. So another measurand had to be added - the quality of the relationship. And we even added its counterpart: the quantity or intensity of the relationship, because there is a difference in meaning between the now-and-then-relation and day-to-day business.

So how much complexity is useful? How many questions can be answered seriously by the participants? Where is the limit? Without clarifying the goal of the survey it is difficult to decide which information is really necessary. But from my point of view one should avoid node data wherever possible and focus on the network. Further on, I think in business settings visualisation is the key. It is hard to explain people - and in particular the management - abstract things they cannot see. Hence the next question to answer has to be: How much information can be presented in a picture? And how?
We probably have to find best-practices visualization methods for the different dimensions of network data preventing confusion and information overload.

Donnerstag, Mai 18, 2006

WWW: In which language to blog? Oder: In welcher welcher Sprache bloggen?

You may have noticed that I have started blogging in English. People complained that they cannot read the blog in German. Analysing the target group I have to notice that most potential readers at least understand English if not even are native speakers.
I cannot provide the postings in German and in English, because the effort would be so high letting the content suffer. And I definitely do not trust translation programs by now.

So here is my solution: Thoughts I would like to provide to the broadest audience possible will be posted in English. More personal experiences where I make heavy use of language are still posted in German.
What do you think about this approach? I hope that the usability will still be ok.

If you are interested in a particular posting that you do not understand because of the language I would be glad to help you. Just contact me.

-----------

Bestimmt ist Ihnen aufgefallen, dass ich angefangen habe auf Englisch zu bloggen. Das liegt daran, dass zum Beispiel das Thema Organizational Network Analysis in Amerika eine große Zielgruppe hat, allerdings nicht hier in Deutschland (wir hier leben schlechthin in der ona-Steinzeit). Außerdem vermute ich, dass die meisten Leser Englisch verstehen.

Da ich es zeitlich nicht schaffe, auf Deutsch und Englisch zu schreiben - es geht ja schließlich um den Inhalt -, gehe ich einen Mittelweg: Gedanken, die ich der breitestmöglichen Lesergruppe zugänglich machen möchte, werde ich auf Englisch posten. Beiträge, in denen es mir auf Ausdruck, sprachliche Spielerein und Subtilitäten ankommt, poste ich auf Deutsch.
Was denkt Ihr darüber? (Bitte schlagt keine Textübersetzungsprogramme vor, da habe ich noch kein Vertrauen :-)). Ich hoffe sehr, dass die Usability nicht zu stark leiden wird.

WWW, SNA: Wiki

A Wiki is a great thing! Wikipedia, the free online encyclopedia, is probably the most famous one by now. However, Wikis can be used for a very wide range of application. They help people in collaboratively working together to collect knowledge, coordinate work or just communicate.
So it was rather obvious for the YAHOO! ONA CoP to start its own wiki project. To not reinvent the wheel we used a so-called wiki-farm, i.e. a professional wiki hoster.
Unfortunately both Seth Earley and me had the same idea at nearly the same time so we set up wikis at two different wiki hosters, wikispaces and seedwiki. The advantage of Wikispaces is, that a subdomain is provided.
So, lets start contributing to ona-prac.wikispaces.com.

Dienstag, Mai 16, 2006

SNA: Daten aggregieren

Ein personenbezogenes Netzwerk hat neben den in meinem Beitrag über ethische Grundsätze erwähnten Problemen noch einen anderen entscheidenden Nachteil: Es skaliert schlecht. Graphen mit mehreren hundert Knoten können nur sehr schwer von Menschen aufgenommen und verarbeitet werden (automatische Analysen sind davon natürlich nicht betroffen).

Eine Lösung für dieses Problem ist die Datenaggregation. So könnte die Anzahl der Verbindungen zwischen verschiedenen Organisationselementen gezählt werden. Statt Personen-Knoten würden dann eben Dezernats-Knoten dargestellt. In meiner Anwendung zur Datenerhebung könnte zum Beispiel eine Abfrage eingefügt werden, die die Beziehungen zwischen den OrgElementen aus den Personenbeziehungen herleitet.

Nur für SQL-Fans: COUNT und GROUP BY reichen schon.

Montag, Mai 15, 2006

SNA: Studentische Lerngruppen

Schade dass ich schon weg bin von der Uni. Denn es würde mich mal echt interessieren, inwieweit der Studienerfolg und die Lernnetzwerke miteinander korrespondieren. Ich weiß, es gibt auch überfliegende Einzelkämpfer, aber die Masse der Studis zieht ihre Motivation doch bestimmt eher aus der Lerngruppe (das war zumindest meine Erfahrung).

Gibt es zu dem Thema schon was? Hat jemand einen Link? Ich hatte ja vor einiger Zeit schon mal zu dem Thema Lernportal gebloggt; inzwischen würde ich den Aspekt des Zusammen-Lernens aber wahrscheinlich höher in der Priorität ansiedeln.

Sonntag, Mai 14, 2006

SNA: Mindmap

Ich habe angefangen, ein Mindmap für die Social Network Analysis zu erstellen. Später möchte ich das einmal benutzen, um ohne große Vorbereitung einen Überzeugungsvortrag halten zu können. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg.

Weblinks:

Samstag, Mai 13, 2006

WWW: The power of permalinks

Permalinks halten das Web zusammen. Denn wenn sich die Adresse einer Webseite ändert, zeigen alle darauf verweisenden Seiten auf einmal ins Leere. Deshalb muss sich der Webdesigner insbesondere Gedanken über die URL-Struktur seiner Seite machen. Besonders geeignet sind kurze oder zumindest möglichst sprechende URLs. Diesbezüglich kann ich sehr den Aufsatz Cool URIs don't change von Tim Berners-Lee empfehlen.

Kürzlich habe ich nun Kategorien für diesen Blog eingeführt, die ich dem Titel des Postings voranstelle. Dazu musste ich natürlich auch die alten Postings anpassen. Ich hatte gehofft, dass Blogger die alten Links auch behält und einfach auf die neuen weiterleitet. Ist aber wohl nicht vorgesehen. Deshalb entschuldige ich mich schon mal vorab für die Probleme, die durch diesen Bruch auftreten könnten. Es könnte sogar sein, dass ich dadurch Links innerhalb dieses Blogs gebrochen habe. Bitte kurze Info an mich, falls Ihnen da etwas auffällt.

Freitag, Mai 12, 2006

SNA: Ethische Grundsätze

Die Durchführung der Analyse eines Sozialen Netzwerks birgt gleich mehrere ethische Probleme, wie aus dem wirklich sehr empfehlenswerten Aufsatz von Borgatti und Molina hervorgeht. Im folgenden möchte ich diese kurz diskutieren.

Probleme

  • In herkömmlichen Umfragen können die Daten in der Regel anonymisiert ausgewertet werden. Dies funktioniert im Netzwerkumfeld nur sehr bedingt. Zum einen ist es schwieriger, aus einem anonymisierten Ergebnis die nötigen Schlüsse zu ziehen und Verbesserungsmaßnahmen zu treffen. Zum anderen können selbst ohne Angabe von Namen einige Leute anhand ihrer bekannthin einzigartigen Verbindungen erraten werden und damit vielleicht auch die Leute um sie herum.

  • Daten werden für Personalentscheidungen genutzt, z.B. indem pauschal periphere Angestellte gefeuert werden. Noch schlimmer wäre es, wenn vorher die Leute unter falschen Zusicherungen zur Teilnahme überredet worden wären. Das hätte neben den Folgen für die Betroffenen auch verheerende Auswirkungen auf zukünftige Befragungen.

  • Angestellte fürchten Konsequenzen und versuchen "richtig" zu antworten, d.h. durch das vermutete Ergebnis möglichst gut auszusehen. Die strategische Befüllung des Fragebogens torpediert allerdings das ganze Ergebnis.

  • Was passiert mit Leuten, die nicht teilnehmen wollen? Werden die als isolierte Knoten dargestellt? Gut, wenn nein. Allerdings reicht das Problem noch tiefer. Beziehungen von Teilnehmern zu diesen Leuten können dann auch nicht richtig dargestellt werden.



Ethische Richtlinien nach Borgatti/Molina

  • "Avoiding Harm to Innocents" (Leid für Arglose vermeiden): Das kann erreicht werden, indem entweder Leid oder Arglosigkeit verhindert wird. Leid kann durch Verschleierung der Identitäten und hinreichende Aggregation der Daten sowie Abmachungen mit dem Management zumindest eingedämmt werden. Kann das nicht sichergestellt werden, so muss die Arglosigkeit der Teilnehmer durch massive Aufklärung bekämpft werden - mit all den ggf. negativen Folgen für die Qualität der Daten. Zu dieser Aufklärung könnte etwa eine exemplarische Netzwerkgraphik inkl. Verdeutlichung der möglichen Schlüsse beitragen. Außerdem muss Nichtteilnahme unbedingt erlaubt werden.

  • "Providing Value to Participants" (Teilnehmern etwas zurückgeben): Die Aussicht, etwas aus der Studie für sich selbst zu lernen, kann die Motivation zur gewissenhaften und aufrichtigen Teilnahme stark steigern. Diese Analyse für jeden einzelnen Teilnehmer ist für den Durchführenden der Studie allerdings ein sehr aufwändiges Geschäft - zumindest wenn es sorgfältig betrieben wird.



Ich muss gestehen: Der Artikel hat mir die Augen geöffnet. Ich denke immer noch, dass eine Darstellung von Netzwerken eine wertvolle Führungsunterstützung liefert. Die Konsequenzen einer solchen Untersuchung können aber tatsächlich so weitreichend sein, dass es sich lohnt, erst einmal inne zu halten und zu überlegen, wie eine Balance zwischen den berechtigten Interessen der Führungsriege (Probleme identifizieren) und den mindestens ebenso berechtigten Interessen der Betroffenen gefunden werden kann.

Vielleicht ist es am Besten, die Mitarbeitervertretung von Anfang an mit ins Boot zu holen und in die Gestaltung der Umfrage einzubeziehen.

I started a discussion of this idea at the Yahoo! ONA CoP.

SNA: Anwendung zur Datenerhebung

Ich habe eine einfache Access-Datenbank mit entsprechenden Formularen zur Datenerhebung geschrieben und in der ONA community of practice angekündigt.

Der Clou: Der Aufwand zur Befüllung für die Teilnehmer ist wahnsinnig gering, denn sie werden über ihre NT-Nutzerkennung automatisch und ohne lästige Anmeldung identifiziert. Die Datei kann auf einem Netzlaufwerk hinterlegt werden und der Pfad+Stichtag einfach den Teilnehmern veröffentlicht werden. Die Daten können durch einen entsprechenden Adapter automatisch in NetDraw eingebunden, dargestellt und visualisiert werden.

Warnung: Die Anwendung enthält noch keinen starken Zugriffsschutz (mit Shift kommt man beim Starten in gewohnter Access-Manier direkt zu den Tabellen).
Lizenz: Macht was ihr wollt, allerdings freue ich mich natürlich über einen Hinweis auf den Autor. Ich übernehme allerdings in keiner Weise Haftung für Probleme, die evt. durch die Anwendung verursacht werden sollten.

Mittwoch, Mai 10, 2006

Event: AFCEA - "Daten ohne Grenzen - RFID"

Heute war ich auf einer AFCEA-Fachausstellung zum Thema RFID. Die Höhepunkte waren ohne Zweifel die Vorträge. Nach einer Begrüßung durch einen gut gelaunten Generalmajor Treche (Vorstandsvorsitzender AFCEA) und einem Grußwort des stellvertretenden Inspekteurs der Luftwaffe Generalleutnant Marzi ging es dann auch direkt in medias res. Prof. Dr. ten Hompel, Vorstand des Informationsforums RFID, gab eine allgemeine Einführung in das Thema RFID. Am Nachmittag folgte dann ein sehr inspirierender Vortrag von Prof. Dr. Elgar Fleisch vom Institute of Technology Management der Universität St. Gallen, der einen Überblick über die verschiedenen Anwendungsfälle von RFID gab - einige waren noch sehr visionär, andere hatten den proof of concept wohl schon hinter sich. Interessant fand ich auch seine Antwort auf die zu erwartende Frage nach den Datenschutzproblemen und der Angst vor totaler Überwachung. Er meinte nämlich, dass Chancen und Risiken betrachten werden müssten und wir uns nicht von diesen Problemen ausbremsen lassen dürfen. Das verdeutlichte er mit dem Beispiel Handy. Es sei bekannt, dass jedes Handy relativ genau geortet werden kann und dass Handys vielleicht sogar Krankheiten hervorrufen. Dennoch möchte sie niemand mehr missen, weil die Vorteile einfach zu überwältigend sind.
Morgen geht es dann mit Vorträgen von Prof. Dr. Heinrich, Mitglied des Vorstands bei der SAP, und Michael Israel von der ESG weiter.
Doch nun zu den Ausstellern. Vorweg: Ungefähr zwei Drittel der Aussteller hatten nichts mit RFID zu tun, sondern haben eine allgemeine Produktshow abgezogen. Unter den Übrigen zeigten mindestens drei Aussteller Lego-Eisenbahnen mit kleinen Chips drauf, die beim Durchfahren verschiedener Messpunkte gezählt wurden (bei Siemens hat nicht mal das geklappt). Wow. Aber es gab auch positive Beispiele. Ich getraue es mich kaum zu sagen, aber auf dem Stand von Microsoft gab es einen praktischen Werkzeugkoffer zu besichtigen. Die Werkzeuge waren nämlich alle getagged, so dass immer zentral festgestellt werden kann, welches Werkzeug gerade entnommen ist oder vielleicht in irgendeinem Triebwerk vergessen worden ist. Dieser Aufwand lohnt sich natürlich nur, wenn es zum Beispiel um Flugsicherheit geht oder vielleicht noch OP-Besteck (dann lassen die Ärzte hoffentlich ihre Scheren nicht mehr im Patienten liegen).
Die zweitinteressanteste Anwendung war für mich die Verbindung von RFID und Dokumentenmanagement. Leider habe ich den Namen der Firma vergessen. Das Werkzeug ist aber echt praktisch für Firmen, die ihre Informationen digital und in Aktenordnern ablegen müssen. Denn durch taggen der Aktenordner kann direkt auf die digitalen zugehörigen Dokumente zugegriffen werden und auch bei der Suche nach Akten könnte das helfen.

SNA: Linked

Ich hatte schon erwähnt, dass ich mich sehr für Social Network Analysis interessiere. Eine sehr gute Einführung in die Entwicklung dieses Forschungsgebietes gibt László Barabási in seinem Buch "Linked". Ausgehend von den Wurzeln der Graphentheorie (Euler) geht es über die Zufallsnetzwerke Erdös und die kleine Welt Milgrams sowie Granovetters starke schwache Verbindungen (The strength of weak ties) usw.

In Kapitel 9, es heißt "Achilles' Heel", geht es dann um die Robustheit von Netzen. Es kommt raus, dass ein zufälliges Entfernen von Knoten dem Netz als Ganzem nur absolut vernachlässigbaren Schaden zufügt. Erst nach einer großen Anzahl ist ein kritischer Punkt erreicht. Die Abschaltung von einigen wenigen Hubs jedoch lässt das Netzwerk schon bald kollabieren. Ok, diese Erkenntnis finde ich jetzt nicht so spektakulär. Vielmehr würde es mich interessieren, ob es einen Unterschied macht, 10 Hubs mit jeweils einer Millionen Verbindungen oder eine Millionen kleinerer Knoten mit jeweils 10 Verbindungen zu entfernen (als Maßstab der Konnektivität könnte man vielleicht als best guess die Kardinalität der größten Zusammenhangskomponente wählen). Diese kantenfokussierte Sichtweise spiegelt zwar im Falle des Internets nicht die Realität wieder (es wird meist ein Knoten und nicht eine Kante ausfallen); als wissenschaftliche Frage finde ich das jedoch durchaus interessant. Barabási hat mir geschrieben, dass ihm diesbezüglich keine Forschungen bekannt sind. Wenn jemand dazu etwas findet, möge er mir bitte Bescheid geben.


Sonntag, Mai 07, 2006

Podcast: Warum Podcasts? Ein Meta-Podcast

Podcasts sind in aller Munde. Deshalb musste ich das einfach einmal ausprobieren. In meinem ersten Podcast geht es dann auch um Podcasts - es ist sozusagen ein Meta-Podcast.

Mein Fazit: Podcasts sind eine sehr sinnvolle Sache, denn hören kann man schließlich öfter als lesen. Zum Beispiel abends im Bett mit geschlossenen Augen. Oder beim Joggen (ich stelle mir gerade einen Jogger vor, der beim laufen in einem Buch schmökert).
Und es ist natürlich auch eine gute Übung. Jeder sollte wissen, wie sich seine Stimme anhört. Nur so kann er sie aktiv trainieren. Ich war einmal auf einem Phonetik-Seminar der Hanns-Seidel-Stiftung. Das war sehr interessant, hat auch viel Spaß gemacht, aber wenn man die Stimme nicht gezielt trainiert, schleichen sich die alten Fehler schnell wieder ein.
Ich erinnere mich noch daran, wie wir in den Wald gegangen sind und die Passanten mit einem extrem betonten "Guten Tag" erschrocken haben. Oder an den "Kleinen Hey" und das legendäre Gedicht von Barbara am Abhang und Abraham a Santa Clara.

Naja, ich habe mir jedenfalls ein Headset bestellt, das Open Source Programm audacity aus dem Internet geladen und bin jetzt gerade am experimentieren. Mir ist schon mal aufgefallen, dass Bildbearbeitung und Töne mischen gar nicht so verschieden sind. Es wird mit verschiedenen Schichten, bzw. Spuren gearbeitet, die am Ende überlagert abgespielt werden. Es gibt diverse Filter zum Spielen. Und sogar die Konzepte Auflösung und Bildtiefe sind auf Töne übertragbar. Sie heißen hier nur sample rate - wie oft wird abgegriffen - und sample size - wie genau wird gemessen. Und was in der Bildbearbeitung die Gauss'sche Verwischung ist hier das fade in und fade out.

Das einzige, was sich in der Podcast-Welt als sehr schwierig gestaltet, sind Verlinkungen. Es ist doch für den Hörer ziemlich langweilig, einen etwas komplizierteren Link vorbuchstabiert zu bekommen. Deshalb wird mein Blog wohl nicht überflüssig werden. Aber: Ihr werdet noch von mir hören.

Samstag, Mai 06, 2006

WWW: Bewertung von Lernportalen

Ich wurde kürzlich gefragt, welche Kriterien ich der Bewertung eines Lernportals zu Grunde legen würde. Hier ist mein Ergebnis:

Accessibility



  • Wie kann man auf das Portal zugreifen? Gut wäre, wenn das per Web und ohne spezielle Software, Plugins, Betriebssysteme etc. ginge.

  • Barrierefreiheit gegeben? Kann ich auch mit meinem PDA von unterwegs das Angebot nutzen? Als behinderter Mensch? Ist es mehrsprachig?

  • Verfügbarkeit? Antwortzeiten?

  • Interoperabilität? Gibt es Schnittstellen zu anderen Systemen? Sind die Daten offenen Standards entsprechend mit Metadaten angereichert?



Usability



  • Ist das Portal intuitiv zu bedienen? Gibt es Dokumentation, FAQ, Hotline?

  • Kann ich mir ein Profil anlegen und dieses personalisieren?


Rechtliche Aspekte



  • Datenschutz sichergestellt?

  • Copyright beachtet?

  • Quellenangaben?


Inhalte



  • Wie aktuell und wie gut(!) sind die Informationen?

  • Informationen hinreichend vernetzt?

  • Wie schnell kann ich Informationen finden? Gibt es eine Systematik?

  • Hat der Nutzer Einfluss auf die Inhalte?

  • Gibt es Zusammenfassungen etc.?


Art der Präsentation



  • Welche Multimediatechnologien werden eingesetzt (Videokonferenz etc.)?


Pädagogische Aspekte



  • Besteht die Möglichkeit, mit anderen Lernern zusammenzuarbeiten? Wie?

  • Gibt es eine persönliche Betreuung?

  • Gibt es Lernerfolgskontrollen, Selbsttests, etc.?

  • Wie sind die Inhalte aufbereitet? Pädagogisch gesehen auf dem Stand der Dinge?


Output



  • Gibt es die Möglichkeit, anerkannte Abschlüsse zu erreichen, Zertifikate, ...?

  • Nutzungsgebühren zu hoch (Preis/Leistung)?

Donnerstag, Mai 04, 2006

COM: Professoren-Klischees, es gibt sie nicht ohne Grund

Kürzlich war ich bei einer Präsentation eines An-Instituts einer Hochschule, vier namhafte Professoren. Vorgestellt werden sollten die Kompetenzfelder mit dem Ziel an Forschungsaufträge heranzukommen. Interessant waren jedoch weniger die Inhalte als vielmehr die Art der Darstellung.

Folgende Menschen-Typen waren dabei zu unterscheiden:

  • Der erfolgreiche Wissenschaftsmanager. Weiß von allem ein bisschen was, kann das aber sehr überzeugend verkaufen. Dieser Typus antwortete auf Fragen nach konkreten Kompetenzen zumeist mit "vermutlich ja".

  • Der Fachmann mit einem zu starken Blick für das Detail. Als ob er sein eigenes Wissen beweisen müsste. Obwohl es ein interessanter Vortrag war, ging er an der Zielgruppe definitiv vorbei. Die wollte nämlich wissen, was das Institut für sie tun kann und nicht wie etwas bestimmtes gemacht werden sollte.

  • Der sympathische Kumpeltyp. Weniger professionell, dafür aber sehr glaub- und vertrauenswürdig.

  • Der verpeilte Professor. Ein Archetypus schlechthin. 100% ehrlich, auch wenn das schlecht für's Geschäft ist (die Kollegen rollten die Augen). Kein Vortragsgenie, aber sehr glaubwürdig und ein absolut einzigartiger Spezialist.



Vier Personen, vier Charaktere und alle Klischees erfüllt. Müsste nur noch der Bezug zu Duecks Klassifikation hergestellt werden.

Mission accomplished.

Montag, Mai 01, 2006

SNA: Noli turbare circulos meos!

"Störe meine Kreise nicht!", sprach es, und wurde alsgleich von Römern erschlagen. Gott sei Dank gibt es heute andere Möglichkeiten des Meinungsaustausches, so dass es Jack Ricchiuto, Blogger bei www.networkweaving.com/blog, nicht so gehen muss wie Archimedes in der Legende. Seine Kreise zu stören habe ich allerdings schon vor, denn seine Graphik und Erklärung in dem Beitrag Our three circles gefallen mir nicht so ganz. Grund: Die Konzepte Qualität und Distanz werden gemischt. Ich würde die Graphik so darstellen, dass der innerste Kreis einen Farbverlauf aufweist (indiziert Stärke einer Verbindung) und die äußeren Kreise einfarbig sind. So können sowohl Distanz als auch Qualität der Kontakte in einer Graphik dargestellt werden.

SE: Altlasten

Software-Reengineering ist eine undankbare Sache. Es ist wahnsinnig schwierig, erfordert einen immensen Aufwand, ist kein bisschen prestigeträchtig (da i.d.R. keine neuen coolen Funktionen für die Nutzer entstehen) und die Wahrscheinlichkeit, dass hinterher irgendeine kleine Funktion nicht mehr funktioniert und es deswegen Ärger gibt, ist sehr hoch. Aber was soll's, es muss gemacht werden - spätestens wenn absehbar wird, dass es keinen Support der zu Grunde liegenden Plattform mehr gibt oder die Software tot-gewartet ist (kein Schwein blickt mehr durch).

Aber wenigstens eines sollte man der Nachwelt schuldig sein: Wenn schon Reengineering, dann bitte auch die Fehler vermeiden, die die Entwickler des Altsystems gemacht haben:


  • Tricks, Workarounds und Superfreaky Optimierungen meiden, auch wenn dadurch das eine oder andere Byte Speicher gespart werden könnte. Nachfolgende Entwickler könnten zu doof oder zu faul sein, sich da reinzufuchsen.

  • Datenmodell und Daten bereinigen! Einen besseren Zeitpunkt dafür gibt es wahrscheinlich nicht.

  • Überflüssige oder selten genutzte Funktionen wenn möglich weglassen.

  • Dokumentieren.



Am besten vorher auf den aktuellen Stand bringen was das Software Engineering betrifft.

Und auch wenn die Arbeit noch so nieder zu sein scheint: In den Legacy-Systemen steckt zumeist eine ganze Menge Domänenwissen, ein Schatz, den es zu heben gilt.