Freitag, September 29, 2006

Sonstiges: IT Migration

Ich hatte kürzlich in einem Beitrag über den Nutzen der Netzplantechnik schon von einem anstehenden Merger in meinem Arbeitsumfeld berichtet. Nun ist dieser also formal vollzogen. Das heißt aber noch lange nicht, dass alle schon wieder arbeitsfähig sind. Grund ist die IT. Da die eine Abteilung signifikant mehr Mitarbeiter enthält als die andere, wurde deren IT-Konzept für uns übernommen. Das hat nur einen Nachteil. Während die Leute der großen Abteilung weiterarbeiten können wie bisher (was ja auch sehr gut ist), stehen wir vor vielen Schwierigkeiten. In der alten Abteilung waren wir relativ frei in der Rechnernutzung, eigentlich sogar zu frei. Jetzt müssen alle Rechner neu aufgesetzt und einheitlich konfiguriert werden. Da viele Leute Daten nicht an den dafür vorgesehenen und in der Backup-Strategie berücksichtigten Verzeichnissen auf dem File-Server sondern auf der lokalen Festplatte oder sonstwo abgelegt hatten, ist eine kleine Backup-Panik ausgebrochen. Alle haben ihre Daten auf den Server geschoben, natürlich auch doppelt und dreifach die gleichen Dateien. Doch die Speicherkapazität des Servers war endlich und wohl nicht groß genug, so dass viele CDs gebrannt werden mussten. Weiter ging es mit den Org-Briefkästen des Mailsystems und den Datenbanken und Anwendungen. Da die neue Abteilung ein Softwareverteilsystem nutzt, müssen die von uns zusätzlich benötigten Anwendungen in entsprechende Images eingepflegt werden usw.

Also ich denke, dass es noch gut zwei Wochen dauern wird, bis alle wieder arbeiten können wie zuvor. Was das kostet, mag ich mir gar nicht ausmalen. Und dabei ist alles noch ziemlich glimpflich abgegangen.

Was kann man daraus lernen? Wie sollte man vorgehen, wenn mal als Verantwortlicher solch eine Migration zu organisieren hat?

Wenn man genug Vorlauf hat, sollten definitiv Nutzerschulungen durchgeführt werden. Nicht nur das Führungspersonal sollte auf die neuen Gegebenheiten vorbereitet werden wie es geschehen ist, sondern alle Mitarbeiter müssen diese Dinge lernen. Man kann auch schwerlich erwarten, dass die in IT-Belangen unerfahrenen Vorgesetzten die neuen Verfahren ihren jeweils Untergebenen weitererklären, oder? Desweiteren müssen die Rechte auf dem File-Server korrekt gesetzt werden (Need to know-Prinzip) und frühzeitig hierarchische Quota eingeführt werden. Die Dezernatsleiter müssen dahingehend geschult werden, dass sie überwachen können, dass alle kritischen, aber auch nur die kritischen Daten ihres Dezernats auf dem File-Server abgelegt sind. Und - eigentlich eine Selbstverständlichkeit, hat aber nicht funktioniert - die Verantwortlichen beider Abteilungen müssen sich natürlich zusammensetzen und abstimmen. Es muss doch hinzukriegen sein, dass nur einmal Leute wegen Backup oder zur Bestandsaufnahme durchgehen, oder?

Die IT-Harmonisierung ist einer der ersten Schritte bei einem Merger und ein wahnsinnig komplexer noch dazu. Das Ergebnis soll eigentlich nur sein, dass alle erst einmal wieder arbeiten können wie zuvor. Doch das ist ja eigentlich nicht das Ziel. Es sollen ja Synergien genutzt und Anwendungen verknüpft oder integriert werden. Das wird noch einmal eine ganze Ecke schwieriger werden. Aber dafür haben wir dann ja auch deutlich mehr Zeit.

Dienstag, September 26, 2006

Sonstiges: Kameradschaft

Das Mazanek'sche Kameradschaftstheorem: Es gibt keine 100%-ige Kameradschaft.

Denn wenn ich mich Anderen gegenüber kameradschaftlich verhalte, ist das extrem unkameradschaftlich gegenüber Leuten, die selbst nicht kameradschaftlich handeln. Denn die stehen ja dann doof da.

Also gilt weiterhin: Kameradschaft ist, wenn der Kamerad schafft.

So einen Blödsinn habe ich wirklich lange nicht mehr gepostet, oder!?

SNA: Empfehlungen und Warnungen

Hach, wenn ich so sehe, wie sich manche Leute auf OpenBC darstellen, die ich selbst als absolute Versager und Maulhelden erlebt habe, dann empfinde ich einen gewissen Drang dazu, die Menschheit zu warnen. Das hat nichts mit dem kürzlich geschilderten Hass-Netzwerk zu tun, ich möchte einfach Schaden von Ahnungslosen abwenden. Ich habe gehört, dass in LinkedIn Empfehlungsschreiben an Kontakte angehängt werden können. Abratungsschreiben scheint es aber nicht zu geben, wie schade.

Aber wahrscheinlich ist Selbstbeweihräucherung der einzige Weg. Oder kennt jemand eine Studie, in der gezeigt wird, dass Ehrlichkeit bei der Bewerbung weiter führt?

Montag, September 25, 2006

SNA: Hate Network Analysis (HNA)

Heute habe ich eine witzige Seite im Netz gefunden. Der "Service" heißt Nemester und dreht den SNA-Spieß einfach um. Es gilt also nicht, sich mit seinen Freunden zu vernetzen, sondern mit seinen Feinden. Und das allerwitzigste: Die Gefühle zu den anderen Knoten alternieren mit zunehmendem Abstand unter der Annahme, dass die Feinde meiner Feinde meine Freunde sein müssen. Das heißt, solch ein Service würde dabei helfen, fiese Intrigen zu schmieden.

Nichts, was es nicht gibt. Am Anfang dachte ich, die Seite wäre absoluter Blödsinn, inzwischen bewundere ich die Kreativität der Macher, auf solch eine verrückte Idee zu kommen.

Sonntag, September 24, 2006

WWW: Blogroll

Seit einiger Zeit nutze ich schon den Service Bloglines. Dieser Blog-Aggregator hilft mir, Herr über die für mich relevanten und interessanten Informationen zu bleiben. Und da die Verwaltung einer Blogroll bei Blogger, dem Hoster meines Blogs, relativ umständlich ist, nutze ich jetzt die Möglichkeit, als Blogroll direkt meine bei Bloglines abonnierten Blogs anzeigen zu lassen. Dazu musste man nur ein bisschen HTML-Code erzeugen und ins Template des Blogs einbauen und schon ist eine weitere Redundanz eliminiert.

Die Blogroll finden Sie auf der rechten Seite etwas weiter unten gleich unter der Überschrift Links.

Montag, September 18, 2006

Sonstiges: Die Kunst des Delegierens

Irgendetwas mache ich falsch. Da habe ich kürzlich unserem Sekretariat den Auftrag gegeben, eine Informationsmappe für eine sehr bald statt findende Veranstaltung zu erstellen. Ich habe einen Mitarbeiter eingewiesen, ihm die Dateien gezeigt und eine Vorlage mitgegeben. Außerdem habe ich ihm gesagt, dass er sich bei der Gestaltung des Titelblattes voll austoben könne. Dieses Austoben bestand dann aus einem Wappen und einem ziemlich nichtssagenden Schriftzug, absolut unbrauchbar. Also habe ich die Titelseite dann selbst entworfen. Das war Freitag. Heute, also am Montag, kam der Leiter des Sekretariats zu mir und meldete mir, dass der Auftrag nicht erfüllt werden könne, weil der von mir eingewiesene Mann verhindert sei und der andere krank. Er selbst habe zuviel um die Ohren. Dann legte er mir den "aktuellen Stand" der Arbeit auf den Tisch. Und so ein Chaos habe ich noch nie gesehen. Da waren von verschiedenen Seiten verschieden viele Exemplare ausgedruckt worden und alle Seiten waren durcheinander. Da saß ich nun vor diesem Haufen Mehrarbeit. Hätte ich es von Anfang an selbst gemacht, hätte es natürlich viel weniger Chaos gegeben und ich wäre wahrscheinlich auch schon längst fertig gewesen. Gott sei Dank hat mir ein Kollege dann geholfen und zusammen hatten wir das dann recht schnell erledigt. Dummerweise waren die Blätter entgegen meiner expliziten Anordnung einseitig bedruckt. Ich werde mir als wahrscheinlich morgen noch vom Chef anhören dürfen, dass ich ein Öko-Sünder bin. Aber alles nochmal und beidseitig auszudrucken wäre, glaube ich, für die Umwelt auch nicht besser.
Wie funktioniert das also, das Delegieren?

Freitag, September 15, 2006

Sonstiges: An der falschen Stelle gespart

Ich hatte mich bei drition angemeldet, weil man sich dort ohne zusätzliche Kosten Webspace und mysql-Datenbanken einrichten kann. Meine Go-Umfrage habe ich dort dann auch durchgeführt. Nun ist denen der Datenbankserver abgeraucht und man hat den Ärger und Aufwand, sich um die Wiederinbetriebnahme zu kümmern. Das passiert bei kommerziellen Diensteanbietern einfach nicht.

Bloß gut, dass die Datenbank zum Zeitpunkt des Absturzes nicht im Produktionsbetrieb, sondern gestoppt war und ich einen Dump des abschließenden Standes runtergeladen hatte.

Ich halte solche Gratisdienste immer noch für eine gute Sache. Man bezahlt nichts und kann dafür naturgemäß weniger Service und jede Menge Werbung erwarten. Das ist nur fair. Beim nächsten Mal muss ich mir nur besser überlegen, welche Daten ich dort speichere.

Sonstiges: Dienstleistungsgesellschaft

Dienstleistungswüste Deutschland? Bis vor kurzem hätte ich das sofort unterschrieben. Ich hatte gestern sogar wieder zwei Erlebnisse mit Dienstleistern, die meine Ohren haben schlackern lassen. Aber: Ich habe gestern abend auch eine so positive Erfahrung gemacht, dass ich die hier nicht vorenthalten will.
Ein alter Schulfreund war zu Besuch, wir sind in die Stadt (Köln) gefahren und so richtig schön von Kneipe zu Kneipe gezogen. Am Brüsseler Platz, irgendwo zwischen Hallmackenreuther und Cleanicum haben wir uns dann in einer ganz kleinen Bar mit Außenbereich niedergelassen. Der Kellner, der sich später als zugleich Chef entpuppte, fragte uns, worauf wir denn Appetit hätten. Es gab keine Speise- oder Getränkekarte, zumindest lag keine aus. Der Kellner hat uns stattdessen so nett nach unserem Geschmack befragt, dass es eine wahre Freude war. Danach hat er zwei Cocktails für uns ausgesucht und uns in wunderbaren Worten erklärt, warum er denkt, dass gerade diese Cocktails uns toll schmecken werden. Er hat uns das Gefühl gegeben, dass diese Cocktails individuell für uns zusammengestellt werden. Die Cocktails haben die mittlerweile geweckten Erwartungen dann auch voll erfüllt. Als der Kellner sich erkundigte, ob denn alles Recht sei, haben wir ihm gesagt, wie wohl wir uns bei ihm fühlten und dass wir an dem Tag schon genau gegenteilige Geschichten erlebt hätten. Darauf erklärte er uns seine Lebensdevise, die es mehr als wert ist, hier genannt zu werden: Wünsche sind dazu da, erfüllt zu werden!

Sonstiges: Nochmal GEZ

Es gibt ja nahezu täglich einen neuen Stand der Debatte über die GEZ-Gebühren für Computer mit Internetzugang. Ich gehe im Moment davon aus, dass ich ab Januar eine Gebühr von ca. 5€/Monat berappen darf. Gerade eben war sogar ein GEZ-Spürhund bei mir an der Tür. Ich dachte eigentlich immer, die gäbe es nur im Märchen, bin nun aber eines besseren belehrt. Er kam im Auftrag des WDR, war sehr höflich und hat mir ohne wüste Verdächtigungen geglaubt, dass ich weder Fernseher noch Radio noch Auto habe - das glaubt mir nicht jeder, obwohl es die Wahrheit ist. Ich finde es übrigens in Ordnung, für den Internetzugang GEZ zu zahlen. Dazu müssten allerdings zwei Bedingungen erfüllt sein: Zum einen erwarte ich, dass ich dann nicht nur die Tagesschau über Internet ansehen kann, sondern das komplette Programm von ARD und ZDF, zum anderen halte ich die Sache nur für Breitband-Anschlüsse für sinnvoll. Es ist ja wohl nicht realistisch, anzunehmen, dass jemand mit Modem TV über Internet ansieht.
Zwei andere interessante Fragen habe ich in einem früheren Blog-Eintrag aufgeworfen und an netcologne, meinen Provider, gestellt. Ich wollte wissen, ob netcologne verpflichtet ist, meine Daten der GEZ zu übermitteln. Außerdem wollte ich wissen, ob es technisch nicht möglich ist, einen Filter für die öffentlich-rechtlichen Sendungen providerseitig bereit zu stellen und mir damit die technische Möglichkeit zu nehmen, über Computer fernzusehen. Bis jetzt habe ich leider keine Antwort von netcologne erhalten. Schade und kundenunfreundlich finde ich das!

Donnerstag, September 07, 2006

Sonstiges: Internetbetrug, die x-te

Heute habe ich eine Spammail von einer Firma Namens Platinway (ich verlinke bewusst nicht auf die Seite) bekommen. Die Betrugsmasche ist derart dreist, dass ich sie hier kurz beschreiben möchte. In brüchigem Deutsch wird da erklärt, wie der Job funktioniert, für den man immerhin 6000€/Monat verdienen können soll. Es läuft im Wesentlichen darauf hinaus, dass man für die Firma Geld auf seinem Bankkonto empfängt und dieses weiterüberweist.
Folgendes Beispiel wird angegeben:
Sie haben eine Banküberweisung für 1000 Euro bekommen. Sie betreten die Memberzone und sehen Ihre Prozente. Ihre 7 Prozent von 1000 Euro machen 70 Euro aus. Sie sollen nämlich jetzt uns 930 Euro überweisen.

Normalerweise wäre diese Geschichte direkt in meinem Papierkorb gelandet, wenn ich nicht vielleicht sogar ein Opfer dieser oder einer ähnlichen Geschichte wäre. Bei eBay wurde nämlich ein Konto steffenmazanek mit meinen Daten (wahrscheinlich von meiner Webseite) angelegt, von dem aus Transaktionen getätigt worden sind. Das Geld ist dabei wohl nach Absprache per Mail auf ein spezielles Konto geflossen. Ich vermute mal, dass es sich um das Konto einer Person handelt, die auf eben diesen Trick der "Firma" Platinway hereingefallen ist und deswegen jetzt wahrscheinlich Ärger bekommen wird. Denn der wirkliche Betrüger war bestimmt nicht so dämlich, seine echte Bankverbindung anzugeben.

Mittwoch, September 06, 2006

Sonstiges: Netzplantechnik

Während des Studiums dachte ich immer, dass Netzplantechnik ein mächtiges Tool für komplexe, wichtige Projekte sei (das Musterbeispiel in der Vorlesung war immer der Hausbau), für kleinere Geschichten aber viel zu aufwändig. Inzwischen bin ich eines besseren belehrt. Denn der Koordinierungs- und Verwaltungsaufwand kann auch schon bei kleineren Projekten sehr schnell ansteigen, insbesondere wenn Abhängigkeiten auftreten.
Wie ich darauf komme? Wir haben gerade aufgrund eines Mergers und der damit verbundenen Umstrukturierung einen relativ komplexen Umzug zu planen. Und einem solchem Umzug inhärent ist die Abhängigkeit, dass ein Büro vorher leergezogen werden muss, bevor die neue Belegung einziehen kann. Die anfängliche Excel-Tabelle zur Verwaltung ist inzwischen riesenlang geworden und natürlich gibt es inzwischen auch eine Spalte Abhängigkeiten, in der die Zeilennummern der vorausgesetzten Umzüge eingetragen werden. Diese Tabelle muss jetzt mühsam auf die einzelnen Umzugsbefehle runtergebrochen werden - ein Riesenaufwand. Gott sei Dank ist noch keiner auf die Idee gekommen, einen Kritischen Pfad ausgerechnet haben zu wollen. Das ist aus der Excel-Tabelle heraus gar nicht realisierbar. Dabei ist die Ermittlung des Kritischen Pfades eine sehr wichtige Angelegenheit, gerade wenn zu einem festen Termin die Umzugsarbeiten abgeschlossen sein sollen.

Für manche mag es sich nach "mit Kanonen auf Spatzen schießen" anhören, aber nach dieser Erfahrung bin ich ein Verfechter des frühen Einsatzes der Netzplantechnik.

Dienstag, September 05, 2006

Sonstiges: Das Schlimmste, was ein Vorgesetzter machen kann...

...ist, ein und denselben Auftrag an verschiedene Leute zu vergeben. Wenn diese dann irgendwann später herausfinden, dass jeder nun einen anderen Stand hat und keiner weiß, was der Andere überhaupt so genau gemacht hat, ist wahrscheinlich eh schon alles verloren. Das Zusammenführen unkoordinierter Ergebnisse ist meiner Erfahrung nach fast genauso aufwändig, wie die komplette Neuerstellung.
Ich verstehe, dass bei besonders heiklen oder sehr dringenden Aufgaben ein gewisser Anreiz zu dem geschilderten Verhalten besteht. Man lernt ja schließlich auch im Studium, dass Redundanzen die Verlässlichkeit von Systemen erhöhen. Menschen sind aber keine Maschinen und der negative Einfluss auf die Motivation ist nicht zu unterschätzen. Keiner arbeitet gern für die Tonne. Ich würde also empfehlen, und das ist keine Business-Weisheit, sondern eigentlich selbstverständlich, dass die Verantwortung auf eine Person übertragen und dieser ein schlagkräftiges Team zur Seite gestellt wird. Und wenn es sehr wichtig ist und ich dem Verantwortlichen nicht 100%ig vertraue, dann kann ich mich ja immer noch jede Woche über den Sachstand briefen lassen.

Montag, September 04, 2006

SNA: Wie heterogen ist dein Ego-Netzwerk?

Ein Ego-Netzwerk besteht aus einem zentralen Knoten (Ego) und den Knoten, mit denen Ego direkt verbunden ist (Andere), sowie Verbindungen unter den Anderen (siehe Definition von Steve Borgatti).

Beim Aufzeichnen des eigenen Ego-Netzwerks bietet es sich an, sich selbst in die Mitte eines Koordinatensystems zu setzen. Die vier Quadranten können zur Gruppierung der Kontakte genutzt werden, z.B. Familie, Beruf, Freunde und Sonstiges. Der Abstand der Kontakte zum Ego in der Darstellung kann je nach Intensität der jeweiligen Beziehung variiert werden.

Sind erst einmal alle Punkte eingezeichnet, wird es richtig schwierig: die Beziehungen unter den Kontakten müssen eingezeichnet werden. Dies ist ein sehr nützlicher Schritt. Ich zum Beispiel habe dabei festgestellt, dass zwei meiner Freunde aus Biehlefeld kommen, sich aber gar nicht kennen. Die beiden habe ich daraufhin zwecks Bildung einer Fahrgemeinschaft "zusammengebracht".

Entscheidend für die persönliche Entwicklung ist es nun, sich ein möglichst heterogenes Ego-Netzwerk aufzubauen. Umgangssprachlich heißt das, dass man nicht nur in seinem eigenen Saft schmurgeln soll, sondern sich aus verschiedenen Quellen inspirieren lassen soll. Diese Erkenntnis ist zwar eigentlich ziemlich plausibel, so richtig explizit hat das aber erst Granovetter in seiner berühmten Arbeit "The strength of weak ties" postuliert (ich habe schon einmal kurz darüber geschrieben). Job-Angebote zum Beispiel werden überwiegend über sogenannte schwache Verbindungen (weak ties) an einen herangetragen.

Derzeit lese ich gerade das Buch "The Wisdom of Crowds" von James Surowiecki. Der Untertitel lautet "Why the Many Are Smarter Than the Few" und dies anekdotenhaft zu erklären ist auch, soweit ich das bis jetzt einschätzen kann, Anspruch des Buches. Allerdings ist eine wesentliche Voraussetzung, dass die Menge möglichst divers ist. Sie braucht keine Ahnung haben, kann absolut bunt gemischt sein, wichtig sind nur Heterogenität der Menge und Unabhängigkeit der Akteure. Diese Denke kann nun 1:1 auf das Ego-Netzwerk übertragen werden: ein kulturkreisumspannendes Ego-Netzwerk ist der dörfischen Idylle vorzuziehen. Und eine große Zahl an Kontakten hat auch noch keinem geschadet.

Weblinks:

Sonstiges: Stoppt den Dilettantismus

Heute habe ich in der Arbeit psychische Schmerzen ausstehen müssen. Jemand ist mit Access-Fragen zu mir gekommen. Er hatte sich "da was gestrickt". Sollte so 'ne Art Seminarverwaltung werden, sah für mich aber eher wie die tausendunderste Terminverwaltung aus. Die Fragen waren ziemlich konkret und ich konnte sie auch beantworten. Einen Gefallen habe ich der Nachwelt aber dadurch nicht getan. Denn diese Stümperanwendungen sind es, die nachträglich so unerträglich viel Arbeit in der Pflege machen. Schon das Datenmodell war einfach nur katastrophal. Es gab eine Tabelle Seminare und eine Tabelle Nutzer. In beiden Tabellen gab es eine ID, allerdings fand ich es nicht besonders intuitiv, dass die ID aus Nutzer ein Fremdschlüssel für Seminare war... Und es wurde in der Teilnehmertabelle für jeden Seminarteilnehmer eine neue Zeile angelegt (wenn also jemand an zwei Seminaren teilnimmt, stehen sämtliche persönliche Daten zweimal in der Tabelle), in der unter anderem die Kosten der Teilnahme für diesen Teilnehmer vermerkt waren. Aber ich hätte wahrscheinlich nicht viel bewirkt, wenn ich diese Dinge angesprochen hätte. Höchstens vielleicht, dass ich dann die Torte selbst abbekommen hätte (umgangssprachlich für einen unangenehmen Auftrag erhalten).
Aus reiner Langeweile Sachen in Access zu stricken gehört verboten, zumindest wenn die Leute keine Ahnung haben. Es muss ja nicht gleich die Fünfte Normalform sein, aber eine gewisse Strukturiertheit darf man doch wohl erwarten, oder?